Es ist unglaublich womit ein Begriff belegt sein kann, von dem selbst die meisten spirituell / esoterisch Interessierten nicht wissen, worum es sich handelt. Je weniger man urteilen kann, desto wichtiger werden die Vorurteile. Als Buddhist daher meine Empfehlung:
Enthaltung von Lügen, verbalen Grobheiten, Hintertreiberei, Klatsch und Geschwätz.
Tantra ist ein Sanskrit Wort (wörtl. das Weitende), was sich maßgeblich auf die Niederschrift der Vedas bezieht, im Gegensatz zur traditionell mündlichen Überlieferung. Im Grunde gibt es Tantras zu allen vedischen Themen.
Veda ist das Sanskrit Wort für Wissen und in seiner Bedeutung dem griechischen Logos, wie man es aus den diversen -logien kennt, sehr ähnlich. Veda bezeichnet den Kenntnisstand der indischen Kultur seit über 3000 Jahren. Dieses Wissen ist in verschiedene Kulturen eingegangen. Viele daraus abgeleitete Lehren und Techniken haben bis heute überdauert. Ein Beispiel ist die Heilkunst Ayurveda, was wörtlich ins Griechische übersetzt Biologie heißt.
Tantra-Yoga bezieht sich teilweise auf die spirituellen Übungen im Vajrayana-Buddhismus, welcher heute vorwiegend im Himalaya praktiziert wird, und teilweise auf hinduistisches Tantra. Mit allen zugehörigen Teilströmungen ergibt sich ein Kaleidoskop von Riten und Praktiken, denen allerdings ein gemeinsames philosophisches Fundament unterliegt.
Als Physiker, der Relativitätstheorie und Quantentheorie ernst nimmt, habe ich meine Philosophie vor allem auf einer Kritik an Kant begründet. Das Ding an sich suggeriert, dass das Objekt vom Subjekt zu trennen sei, was nach Quantentheorie nicht geht, und dass es das Objekt jenseits unserer Wahrnehmung, also Platons Eidos, gäbe, was methodisch der Relativitätstheorie entgegen steht.
Als ich meine Frau kennen lernte, berichtete sie mir von ihren damals recht frischen Erfahrungen mit der Tantra-Praxis. Je mehr ich erfuhr, desto mehr stellte ich fest, dass die Inder schon vor 3000 Jahren herausgefunden hatten, wofür ich das modernste Wissen der Welt benötigte.
Diese Vorstellung ist freilich weitgehend identisch mit der daoistischen Überwindung der Dualität und gipfelt in einem zentralen Satz des Tantra.
Alle Phänomene sind von Natur aus rein.
Dieser Satz kristallisiert sich zum Anfangspunkt meiner philosophischen Betrachtungen heraus. Außer der Antithese, Platons Eidos, ist mir kein vergleichbar reduziertes Axiom bekannt.
Tantra Praxis zielt darauf ab, Erleuchtung in diesem Leben zu erhalten. Es ist damit eine der sehr seltenen lebensbejahenden mystischen Praktiken. Als Christ bekommen Sie Ihr Paradies erst nach dem Tod; das Leben ist Leiden - bei allen die zu Jahve beten, wie auch bei den meisten Buddhisten.
Aus diesem Grund fokussiert Tantra neben rein spirituellen Erfahrungen in gleicher Weise diesseitige sinnliche Erfahrungen und bietet damit ein Kontrastprogramm zu asketischem Yoga oder Zen. Nachdem ich etwa 30 Jahre Praktiken aus dem Umfeld des Zen praktiziert habe, kann ich behaupten, dass
Ohne Karmamudra kein Mahamudra!
etwas zu hart formuliert ist, aber dass sinnliche Köperarbeit teilweise in Minuten schafft, wofür man im Zen Jahre braucht. Wahrscheinlich gibt es auch die umgekehrten Beispiele. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, mir diesen Weg gezeigt zu haben, und kann es defintiv empfehlen. Es hat mir geholfen, das Leben nicht nur hinzunehmen, sondern es in jedem Moment zu genießen.
Wenn Sie mehr und vor allem Praktisches über Tantra erfahren wollen, dann schauen Sie in unserem Tantra-Tempel vorbei.
