Tatsächlich war ich davon lange Zeit selbst überzeugt, bis ich lernte, was Philosophie überhaupt ist. Stark verkürzt gesagt definiert die Philosophie, welche Arbeitsweisen als wissenschaftlich gelten sollen. Allein diese Tatsache belgt bereits, dass das Prädikat wissenschaftlich nicht ad hoc legitimiert und vor allem willkürlich festgelegt ist. Die Philosophie beruht wiederum auf einem System, Schlüsse zu ziehen, der Logik. Auch die Festlegung der Logik ist essenziell willkürlich.
Akzeptiert man zunächst die uns geläufige Logik und Definition von Wissenschaft, stellt man paradoxerweise immer wieder fest, dass vieles, was man im Alltag für wahr und richtig hält, im besten Falls sinnlos, wenn nicht gar schlicht falsch ist. Eine entscheidende Frage ist immer: Weiss ich, was ich sage?
Die Physik wird durch die Philosophie definiert und bezieht aus ihr ihre Grenzen. Auf der Suche nach dem Wesen der Zeit, stieß ich auf das Problem, dass Modelle der Naturwissenschaft über ihre Vorhersagekraft definiert werden, aber im Rahmen der Physik kein vernünftiger Zeitbegriff existiert. Wenn nicht gleich die Ganze Physik, so sind zumindest einige Begriffe darin nicht definiert. Und tatsächlich, so ziemlich jeder Begriff, der mit Zeit zusammenhängt ist wesentlich undefiniert. Wenn Sie anderer Meinung sind, erklären Sie mir bitte was Energie oder Zeit ist, ohne diese konjugierten Begriffe zu verwenden.
Die einzige schlüssige Größe, die in der Physik vorkommt, ist die Entropie. Als thermodynamische Größe wird sie allerdings in jedem sinnvollen Satz zur Energie in Beziehung gesetzt und ist damit argumentativ sinnlos. Das Ende vom Lied ist die Kopenhagener Deutung und Schrödingers KatzeIm erweiterten Experiment entscheidet die Betrachtung, also nicht die Aufnahme, eines Fotos darüber, ob das arme Tier die letzten Tage rückwirkend verstirbt. Die Frage wer das Foto betrachten muss, um dem Tier sein Schicksal zukommen zu lassen, wird indes nicht beantwortet..
Ich behaupte, dass Zeit ein zur Information äquivalentes Maß ist. Zeit schreitet voran, wenn Information, also Entropie, erzeugt wird. Auf der Suche nach ähnlichen Gedanken stieß ich auf Carl Friedrich von Weizsäcker, der einen solchen Zusammenhang schon vor 50 Jahren niederschrieb. Ich betrachte meine Forschung teilweise als Fortführung seines Werkes. Ich lege allerdings andere Schwerpunkte, und ich glaube, dass ich an wesentlichen Stellen auch eine andere Ontologie verwende. Mal sehen, was die nächsten Jahre an Erkenntnis bringen ...
